Unser Forenmitglied Wolfgang Wenger hat auf ein Buch hingewiesen, dass hier auszugsweise empfohlen gehört.
Hier sein Beitrag:
Der Text ist ein Auszug aus gleichnamigen Kapitel aus dem Buch “So wird der Mann ein Mann” von Robert Betz. Das Kapitel ist in Gänze lesenswert, ich schreibe hier nur einen Auszug, weil das ganze Kapitel wohl nicht erlaubt ist. Wer mich kennt, kann mich mal fragen
Wie das Buch selbst ist, kann ich noch nicht sagen. Ich hatte noch keine Zeit zu lesen.
Eigentlich gehört der Text auf die Hauptseite, so gut ist er. Ich stell ihn mal zur Diskussion hier ins Forum. Wie gesagt, nur die markantesten Aussagen, die für mich richtige Augenöffner waren.
Alles, was zwischen Müttern und ihren Söhnen in den ersten Jahren geschieht, hat große Auswirkungen auf das Leben des späteren Mannes, besonders auf seine Beziehung zu Frauen. Seit Generationen präsentiert sich die große Mehrzahl aller Mütter ihrem kleinen Jungen (wie auch ihren Töchtern) als eine mehr oder weniger leidende, jammernde, schimpfende oder unglückliche Frau. Selbst mit ihren Eltern verstrickt, erlebt sie keine befriedigende oder beglückende Partnerschaft und steht mit ihrem Frausein auf Kriegsfuß.
Das Verurteilen der Männer und Eltern und das Hadern mit dem Schicksal und dem bisherigen Lebensweg erschaffen in ihr das Bewusstsein eines leidenden Opfers, das ihren kleinen Sohn nicht unbeeindruckt lässt. Diese Feststellung ist keineswegs übertrieben, wie Umfragen während meiner vielen Vorträge zeigen. Kaum jemand meldet sich, wenn ich frage, wessen Mutter in ihrer Ehe glücklich war und ihr Frausein geliebt und gefeiert hat.
Durch Verurteilung des Erzeugers und anderer Männer und durch eigenes Leiden bringt die Mutter den kleinen Sohn (wie auch die Tochter) in eine prekäre psychische Lage.
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Schon der kleinste Junge spürt genau, welches Verhalten die Mutter sich von ihm wünscht. Geht es ihr nicht gut, ist sie mit sich, ihrer Lebenssituation, ihrem Partner unzufrieden oder ist sie unglücklich, registriert der kleine Junge dieses Leiden und fühlt sich durch seine Abhängigkeit von ihr gezwungen, hierauf zu reagieren. Er beginnt, mitzuleiden, will ihr helfen und versucht auf irgendeine Weise, das Leid der Mama zu lindern. Viele Jungen bieten sich innerlich als Ersatzpartner an und denken: »Ich wäre der bessere Partner für Mama. Ich will ihr helfen.« Sie wollen ihr zeigen, dass es auch gute Männer gibt und trennen sich dadurch innerlich von ihrem Vater, indem sie ihn wie die Mutter als schlecht« oder »böse« verurteilen.
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Da der Vater meist mehr abwesend als anwesend ist, braucht der Sohn unbedingt die Aufmerksamkeit und Zuwendung der Mutter für sein eigenes psychisches Überleben, wenn niemand sonst da ist. Darum stellt er sich innerlich auf die Seite seiner Mutter und vermittelt ihr: »Mama, ich bin für dich da, ich helfe dir.
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Wenn Mütter ihre kleinen Jungen loben, dann unterscheidet sich dies sehr von der Art, wie sie ihre Töchter ansprechen. Zu ihrem Sohnemann sagen sie sehr häufig: »Du bist mein guter Junge« oder »Du bist mein großer Junge« oder »Du bist mein kluger Junge.« Das »mein« signalisiert dem Kleinen »Du gehörst zu mir! «, sonst würde sie sagen »unser Junge«,
Hier liegt die Geburtsstunde des späteren Frauenkämmerers, Frauenretters oder Frauenhelden.
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Ein vierter Typ, den ich diesen drei Männertypen hinzufügen möchte, ist der Frauenretter, der sich in der Kindheit nicht vom Leiden seiner Mutter abgrenzen konnte und beschloss, es selbst einmal ganz anders als sein Vater zu machen. Wie schon damals der kleine Junge, versucht er unbe
wusst, sein richtiges Mann-Sein zu beweisen, indem er eine oder mehrere Frauen (parallel oder nacheinander) aus ihrem Elend rettet. Dies ist eines der teuersten und auf Dauer frustrierendsten »Hobbys« von Männern.
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Mütter geben sich in ihrer Mutterrolle oft »lebenslänglich«, nach dem Motto »Einmal Mutter – immer Mutter«, und krallen sich die Kinder. Sie wechseln aus dem Muttersein oft nicht mehr zurück in die Rolle der Frau und zerstören auf diese Weise die Liebesbeziehung zum Mann. Zwischen der Energie und Ausstrahlung einer »Mutter« und der einer »Frau« liegen Welten. So wird der kleine Junge einerseits durch die Erwartungen und Wunschbilder der Mutter, andererseits durch ihre Unzufriedenheit und ihr Leiden in der Partnerschaft an diese gebunden und mit ihr verstrickt.
Die wenigsten Mütter geben ihre Söhne wieder frei und an das Leben zurück und legen frühzeitig ihre kontrollierende und bemutternde Rolle ab. So bleiben unzählige Männer auch in ihrer Ehe innerlich zutiefst mit der Mutter ihrer Kindheit verstrickt, selbst dann, wenn diese schon lange gestorben ist. Das trifft nicht nur auf diejenigen zu, die in der Kindheit »Muttersöhnchen« waren, sondern auf die Mehrzahl aller Männer. Die eigene Frau wird unbewusst oft zur Ersatzmutter, die dann auch so von ihrem Mann angesprochen wird: »Mutter, haben wir gekocht?« Und nachts geht’s dann mit »Mutter« ins Bett, sehr prickelnd kann das nicht werden.
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Die Freiheit, nach der sich jedes Männerherz zutiefst sehnt, entsteht zuallererst durch die Befreiung von der Mutter der Kindheit. Darum rate ich jedem Mann zwischen achtzehn und einundachtzig, sich diese Aufgabe beherzt vorzunehmen.
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